Der Skipper wollte nicht, die Crew wollte.
So brachen wir am Dienstag, den 24. März 2015 auf um die 53 Seemeilen entfernten SIMILAN Islands zu besuchen. Die Inselgruppe mit 8 Inseln verdankt ihren Namen der größten Insel und ist vollständig als Nationalpark deklariert.
Die Überfahrt war Anspruchs- und Ereignislos. Für ein paar Stunden konnten wir (langsam) segeln, aber meistens musste der Diesel-Brüllaffe ran.
Wir erreichen die Ankerbucht am späten Nachmittag und schon der erste Eindruck ist überwältigend. Das Farbenspiel von Wasser, Strand und Urwald wird durch die im Westen untergehende Sonne noch verstärkt, die letzten Tagesausflugsboote verlassen den Strand und der Skipper muss gestehen: Hat sich gelohnt!
Ankern ist hier selbstverständlich verboten, aber die Parkranger haben Mooringleinen ausgelegt. Die treiben einfach so an der Wasseroberfläche, keine Boje zur Kennzeichnung und als ich mir unsere Leine ansehe stelle ich erstaunt fest, das die Ranger die einfach um einen großen Korallenkopf am Meeresgrund geknotet haben. Na ja.
Die Tagesausflugsboote erreichen die Insel Morgens gegen 9:30 Uhr – bis dahin ist man fast allein. Also früh´ los zur Inselbegehung inklusive Bergsteigen (kleiner Berg) um den markanten Felsbrocken mal aus der Nähe zu betrachten.
Als die Horden von Touristen einfallen, flüchten wir zurück an Bord und verbringen den Tag mit lesen, gammeln und immer mal wieder schnorcheln – der Abkühlung wegen!
Obwohl: Heidi entdeckt die Unterwasserwelt gerade für sich und hat richtig Lust, den Kopf unter Wasser zu halten. Ole versucht derweil ein paar Unterwasseraufnahmen – aber wie schon bei mir: Gar nicht so einfach mit einer klobigen Kamera im Unterwasser-Sack.
Am Abend machen wir einen Drohnenflug am Strand und kämpfen immer noch mit dem Gimbel (Kamerasteuerung). Da wir ob der schönen Landschaft noch einen weiteren Tag bleiben wollen finden wir am nächsten Tag heraus, das wohl einige Kabel locker sind und einen Wackelkontakt verursachen. Problem scheint erst mal gelöst…
…aber, die MATRIX hat ein neues auf Lager: Als wir am zweiten Tag wieder Abends mit der Drohne weiter filmen wollen erscheint auf einmal und zum ersten mal ein Park-Ranger und verbietet uns den Flug. Keine Menschenseele am Strand, keine Tiere die wir bedrohen könnten und dieser kurz gewachsene Ranger meint, wir sollen verschwinden. Auch auf Nachfrage erlaubt er keine weiteren 5 Minuten…
…Heidi und Ole meinen, ich solle die Klappe halten und die lokalen Sitten und Aufforderungen stillschweigend beachten. Das mache ich auch gerne – aber in diesem Fall bin ich uneinsichtig.
Am Nachmittag tauschen wir ein paar Fanta und Kekse gegen zwei Fische, die ein uralter Sportfischer-Kutter von See mitgebracht hat (Angeln & Fischen ist innerhalb der Inselgruppe verboten). So grillen wir an Bord Fisch und lassen es uns gut gehen.
Gegen 22:00 Uhr wird laut in der Bucht – ein (verhältnismäßig) großer Fischkutter bahnt sich seinen Weg durch das Mooringfeld und macht auch an einer Fest. Merkwürdig – was will der hier?
Ganz einfach: Das ist ein Inselversorger der jede Menge Pakete für die Rangerstation und die kleine Campsite auf der Insel dabei hat: Zwei Dingi´s werden voll geladen und an den Strand gebracht – der Kutter haut sofort wieder ab. Kurs offene See, der eigentlichen Arbeit nachgehend!
Wir machen uns am Freitag auf den Rückweg und es wird der schlechteste Trip seit langem. Klar, wenn man dem Paradies den Rücken kehrt, dann wird es erst mal schlechter. Der Wind kommt und geht, ändert schlagartig die Richtung und zu allem Überfluss steht eine extrem unangenehme, kleine (1,5M) Welle die uns permanent in Bewegung hält. Der Wind kann dafür nicht verantwortlich sein, muss wohl was mit Meeresströmungen zu tun haben.
Egal, wir buchen die Rückfahrt unter “musste sein” ab denn heute erwarten wir am Flughafen noch mehr Crewverstärkung.
Für vier Tage werden wir mit fünf Erwachsenen auf dem STORMVOGEL sein…
…dann reist einer ab
Soweit die SIMILAN – schwer, so was hier noch mal zu entdecken!
Peter.