Für das erste Wochenende auf TAHITI haben wir uns ein Auto besorgt. Bei AVIS gab es nur noch einen FIAT PANDA, nix mit 4-Wheel-Drive super cool Pick-Up
Aber, wer hätte es gedacht, ich passe in den PANDA sehr gut auf den Fahrersitz und Ole beschlagnahmt auch gleich den Sessel des Co-Piloten. Da dieser PANDA vier Türen hat kann Heidi sehr bequem auf der Rückbank Platz finden, ohne Pilot oder Co-Pilot belästigen zu müssen.
So richtig wissen wir nicht wohin wir fahren sollen – also erst mal zum Supermarkt und all das schwere Zeug (will sagen: Wasser und Bier) einkaufen.
Am Nachmittag fahren wir dann auf der westlichen Küstenstraße nach Süden…und stellen rasch fest, das das nach 5 oder 10 Kilometern sehr ähnlich aussieht. Ab und zu wird auf einen “Strand” hingewiesen, den, den wir uns ansehen, lädt uns aber nicht zum Baden ein.
Von der Straße aus sehen wir jede Menge Surfer und sind natürlich etwas eifersüchtig auf deren coolen Fähigkeiten.
Irgendwann erreichen wir das Ende der Straße auf der Halbinsel Petit-TAHITI. Vermutlich liegt es an dieser später Samstag Nachmittag Stimmung, der aufsteigenden Kühle und dem Geruch von verbranntem Feuerholz in der Luft das uns das hier gar nicht gut gefällt. Aber was haben wir eigentlich erwartet?
Am Sonntag bestimme ich die Richtung. Ich will in “die Berge”, finde aber keine Straße hinein. Liegt wohl daran, das da außer den Bergen wirklich nichts ist. Wozu also eine Straße?
Dann doch der Hinweis auf einen Naturpark. Also rechts ab und auf in die Berge!
Die Straße ist Anfangs noch recht gut in Schuss, wird dann aber doch zur Schotterpiste mit vielen Schlaglöchern. Der PANDA ist neu und die Federung macht sich erstaunlich gut!
Für die 8 Kilometer brauchen wir eine knappe Stunde, dann erreichen wir einen Parkplatz. Die Straße führt weiter, aber ab hier soll man wohl zu Fuß gehen?
Also folgen wir den Hinweisschildern und müssen erst mal einen kleinen Fluss durchqueren. Das kennen wir ja schon von den anderen Insel-Touren. Die Wassertemperatur ist super – bei der Hitze eine willkommene Abkühlung.
Auf der anderen Seite wird der Naturpark erklärt – und ausdrücklich darauf hingewiesen das die Tour 10 mal Wasserläufe quert, fünf (!!!) Stunden dauert, ausreichend Essen und Trinken mitgeführt werden soll und das hier kein Handynetz verfügbar ist.
Öh, ach, nö, das wollen wir dann doch nicht. Darauf sind wir ja gar nicht eingestellt
Zurück durch den Back zum Auto, zurück in Richtung Küstenstraße.
Aber halt: Wieso kommen uns so viele Einheimische in ihren Pick-Ups entgegen und fahren am Parkplatz vorbei, weiter in Richtung Berge?
Wer nicht nach sieht bleibt dumm!
Also wieder wenden und weiter auf der Schotterpiste im Schneckentempo, jedes Schlagloch individuell angehend…
…es erscheint eine kleine Talsperre, die offenbar in den 60igern angelegt wurde, wir passieren eine klapprig aussehende Metallbrücke über den Fluss, Heidi passiert die Brücke lieber zu Fuß.
Nun fangen irgendwann die Steigungen an – als es das erste Mal 15% aufwärts geht bleibt der PANDA mitten drin im 1. Gang stehen. Zu wenig Schwung genommen!
Heidi bekommt wie üblich Panik und “springt” aus dem Wagen.
Dazu passt:
ICH: “Heidi, wieso schnallst Du Dich auf der Rückbank nicht an?”
SIE: “Damit ich im Fall der Fälle schneller aus dem Auto springen kann!”
Nun denn: Heidi und Ole verlassen die tolle Kiste (PANDA), ich rolle rückwärts den halben Berg hinunter und lasse einen nachsichtig lächelnden Pick-Up Fahrer den Vortritt.
Dann, wieder im 1. Gang, mit ordentlich Schwung und 4.000 Umdrehungen erklimmt unser kleines Gefährt den Berg. Diese Strategie funktioniert später auch mit allen drei Reisenden – einzig die Sache mit dem “Schwung” hat einen Haken:
Immer dann, wenn es steil wird wurde die Piste mit Beton zur Straße gemacht. Manchmal ist der Übergang von Piste zur Straße und von Straße zu Piste dann etwas uneben (etwas…) und das mag unser PANDA dann doch nicht.
Wir schlagen uns weiter durch und auf einmal erreichen wir ein Hotel und Restaurant – auf einem eigenen Felsen errichtet, offenbar vor vielen, vielen Jahren.
Inmitten des Urwald, inmitten der grünen Hölle TAHITI´s, inmitten des Nichts!
Na ja,so denken wir praktisch veranlagten Reisenden: Da wir schon mal hier sind können wir ja auch zum späten Mittag essen. Die Gebäude sehen doch arg Marode aus, aber das Essen ist 1A. 1A meint natürlich auch 1A teuer – aber was will man auf einer “Grünen Berginsel inmitten TAHITIS”, das ja nun auch mal mitten im Pazifik ist, wohl erwarten?
Wir fragen zaghaft nach einem anderen Weg zurück – es gibt einen, aber der sei sehr, sehr schwierig und wenn wir kein Allrad-PickUp dabei hätten, sollten wir diesen Weg einfach mal schnell vergessen.
Wie so oft – der Weg zurück ist einfacher, weil bekannter.
SO haben wir dann doch noch die Bergwelt “erfahren” und ein gutes Wochenende auf TAHITI verbracht.
Peter.
Hier noch einige weitere Bilder: