Also riechen kann man das Land noch nicht.
165 Seemeilen bis zur Nordansteuerung, dann knapp 7 Seemeilen nach
Süden, in die SIX MEN´S BAY. STARLET hat heute in der Marina angerufen.
Kein 24/7 Service. Und weil wir immer noch unter 6 Knoten laufen wird es
wohl nix mit Saturday-Night-Bar-Adventure-After-Atlantic-Crossing. Statt
dessen Ankerschnaps in Dunkelheit vor der Marina. Auch OK, aber doch
schade, das wir es nicht mehr im Tageslicht schaffen. Nachtansteuerung
ist OK, aber man verpasst so viel erste Eindrücke weil man schlicht
nichts sieht. Der geneigte Segler würde ja nun verlangsamen, der
Motorbootfahrer könnte ein paar Liter Diesel investieren, beides findet
nicht statt. In der Ruhe liegt die Kraft…
…wobei Ruhe hier an Bord seit heute nicht mehr vorhanden ist. Die
Damen des Hauses haben angefangen, die Kombüse zu schrubben, damit sie
das bei Ankunft nicht machen müssen. Das ist ja so eine Sache mit dem
Vorarbeiten. Denn noch schaukelt es uns ganz gut durch. Interessanter
Weise hat der Wind auf OST-SÜD-OST mit 12-18 Knoten gedreht und seit ein
paar Stunden haben wir auch eine südliche Komponente im Schwell. Wo die
wohl her kommt?
In der letzten Nacht konnten wir auf dem Radar einen fetten Squall
beobachten. In 6 Seemeilen an Steuerbord mit einer Mördergeschwindigkeit
(20+ Knoten?) an uns vorbei gerauscht. Steuerbord Überholer, ganz so wie
es die Seeschifffahrtsstraßenordnung verlangt. Den heftigen Regen hätten
wir wohl gerne mit genommen, aber den darin befindlichen Wind eher
nicht. Damit ist nicht zu spaßen. Auch nicht an Bord eines Motobootes.
Es gab gestern noch ein weiteres Opfer gestern: Meine Brille hat sich
zerlegt. Aber kein Problem. Warum nur eine kaufen, wenn man für den
doppelten Preis auch zwei bekommt?
Skipper will unbedingt, das auch Heidi noch einen, besser ihren! Fisch
einkurbelt. Also sind die Leinen wieder im Wasser. Zum Essen klappt das
heute nicht, Spagetti Bolognese wird gerade angerührt.
Jetzt erst mal noch eine Runde Karten. Die Tage sind gezählt.
An Bord alles wohl.
Peter.