Stehe eine Stunde auf dem Achterdeck (hier Cockpit genannt) und schaue
den anrauschenden Wellen und unseren Angelleinen zu. Durch die
Entwässerung spült immer wieder Meerwasser um die Füße herum. Angenehm
warm. Macht Lust auf Baden.
Schade, das wir kein Ozean-Schwimmen machen können. Viel zu rau, immer
noch. Wird sich wohl auch bis zur Ankunft nicht mehr ändern.
Bis jetzt kein Fisch, Skipper ist traurig und Küchenchef haut statt
dessen Steaks in die Pfanne. Wir sind sicher: Wenn wir essen wollen,
beißt einer an. Wie immer.
Es wird Zeit das wir ankommen. Die Tage werden zu endlosen Kaugummis,
auch wenn wir die Uhr gerade nicht zurück stellen. Vier Stunden
Zeitunterschied zu GRAN CANARIA. Drei haben wir schon gestellt – Morgen
folgt die letzte Stunde. Das machen wir tagsüber, wenn alle wach sind.
Noch 428 Seemeilen zu gehen. Samstag Abend ein Rumpunsch in einer Bar
auf BARBADOS schlürfen…das sind doch nicht die schlechtesten Aussichten!
Wir sehen heute wieder sehr viel Seegras. Auf unserem STORMVOGEL müssten
wir unter Maschine Sorge haben, das das Seegras unseren Seewasserfiter
verstopft. Aber unmöglich auf SOUTHERN STAR: Die Hauptmaschine wird über
ein Röhrensystem im Kiel gekühlt. Kein Seewasser beteiligt. Das ist
super. Komisch, das der Generator das nicht auch hat. Den lassen wir ab
und zu laufen: Wenn was im großen Backofen gebacken werden soll, wenn
Wäsche gewaschen werden soll. Übrigens mit einer MIELE. Die wird
scheinbar nie Seekrank, egal wie es schaukelt.
An Bord alles wohl.
Peter.