Schon wieder ein Lagebericht, schon wieder ein Sammelsurium – aber durchaus lesenswert, denke ich
1) Reisepläne
2) STORMVOGEL Verladung
3) Kaputte Technik – schon wieder repariert!
Here we go:
1) Reisepläne
Nach dem der STORMVOGEL nun (endlich!) verladen wurde (siehe unten) hängen wir im SUPALAI Resort und Spa herum und grübeln, was wir eigentlich während des Boottransports machen könnten. Denn die Idee mit NEPAL hat sich ja wegen dem schweren Erdbeben dort erledigt. Durch einen ehemaligen Geschäftsfreud hatten wir die Adresse von einem NEPAL-Reiseexperten bekommen und ihn vor dem Erdbeben angeschrieben – und keine direkte Antwort bekommen, weil er gerade selbst auf einer Treckingtour dort unterwegs war. Dann das Erdbeben, seine Familie in großer Sorge weil kein Kontakt zu ihm oder zu dem Büro in NEPAL mehr möglich war. Mittlerweile ist klar, es geht im gut und er kommt Anfang Mai nach Deutschland zurück.
Gut für ihm, aber nix NEPAL für uns.
Die TÜRKEI hat ja auch ein paar große Berge, aber in Ost-Anatolien sind die Hotels rar. Also hier der neue Plan, und das ist das Arbeitsergebnis von 6 Stunden Internet-Recherche:
Wir fliegen von PHUKET nach BANGKOK und von dort direkt nach ISTANBUL. Dort mieten wir einen Campervan (Wohnmobil) bei PAMPA CAMPER für 12-14 Tage und gehen über Ost-Anatolien (Großraum VAN – das ist eine Stadt mit einem riesigen See auf ca. 1.500 Metern Höhe) ca. 3.500 Kilometer von Nord-West nach Ost nach Süd-West und geben das Auto in DALAMAN wieder ab. Von dort aus gehen wir nach FETHJE und nehmen Mitte Mai den STORMVOGEL wieder in Empfang.
Das mit dem Flügen buchen ist im Moment noch ein Drama. Die sind nicht ganz billig und die POSTBANK hat für die Kreditkarten ein sau-blödes VERFIED BY VISA (3DSECURE) Verfahren implementiert. Bei “größeren” Beträgen wird einfach die Zahlung verweigert, obwohl die Karte natürlich Deckung hat. Ergebnis: Im Moment stranden wir noch in BANGKOK, weil wir den ISTANBUL Flug nicht buchen können – denn die Postbank meint auf der Zahlungseite:
“Entschuldigung, wir können die Transaktion nicht durchführen. Bitte rufen Sie uns unter 0228 55002202 an. Vielen Dank!”
Ja, vielen Dank auch!!!
Anrufen? Gestern, 1. Mai 2015 – da arbeitet natürlich gar keiner. Und heute, am Samstag, den 2. Mai natürlich auch nicht.
Meine Meinung: Die Deutsche Bank kann die Postbank gar nicht verkaufen, sie muss direkt abgewickelt werden. Die ist so kaputt gespart, da findet gar kein Service mehr statt. Die Übernahme der Postbank war ein schwerer Fehler und nun, nach dem man die Postbank richtig schön zu Grunde gerichtet hat, will man sie wieder los werden. Geniales Bankerdenken!
Egal. Hat gar nichts mit Reise zu tun.
Wenn alles klar geht, sind wir also in 2-3 Tagen in der TÜRKEI mit dem Auto unterwegs.
Hurra! Nur noch 20°-30°C statt 30°-40°C.
2) STORMVOGEL Verladung
Was war das für ein Warten! Jeden Tag neue Informationen, wann LENA J denn nun endlich in PHUKET eintrifft, jeden Tag neue Rechenbemühungen und Spekulationen, welchen Platz auf der Ladeliste der STORMVOGEL wohl hat. Irgendwann hieß es dann, wir seien 10ter von 11en und wir spekulierten auf Sonntag. Dann, mit 16 Stunden Vorwarnzeit sind wir auf einmal das erste Boot am 1. Mai 2015.
Der STORMVOGEL war schon fast reisefertig. Alle Segel abgetakelt. Fast alle Leinen von Deck, Dingi weg, Winschen mit eigens von Heidi angefertigten Überziehern geschützt (…dabei allerdings die Nähmaschine zerstört) und alle wertvollen Deckbeschläge in Plastik eingeschlagen. Denn, so die Geschichte, Sandstürme können passieren…und den Sand will man dann doch nicht in den teuren Kugellagern haben…obwohl, was passiert eigentlich, wenn man auf eigenem Kiel die Passage fährt?
Auch egal.
Wie die Verladung an sich abläuft haben wir ja schon bei ODA (im März) und bei SOUTHERN STAR (am 29. April 2015 auf MV WIEBKE, Schwesterschiff von MV LENA J) gesehen / gelernt.
So verbringen wir den Vorabend in der Nähe von LENA J auf Anker.
OK, es gibt schlechtere Plätze als dieser auf der Welt um zu “warten”:
Die Gewitter, die hier neuerdings am späten Nachmittag nieder gehen, haben es wirklich in sich. Ohrenbetäubender Donner und Blitze, die ob ihrer Leucht-Länge schon als Lampe durchgehen. Und Regen, Regen satt! Aber ob man wirklich nass wird, hängt immer nur von ein paar 1.000 Metern ab – denn die Gewitter sind extrem räumlich begrenzt. So ein Regen auf der Haut nach einem 35°C Tag ist besser als jede Klimaanlage…
Wie bestellt, tauchen wir bei LENA J um 8:30 Uhr am 1. Mai 2015 auf und warten auf Instruktionen. Die kommen nicht per Funk, sondern per Dingi. Drei Männer kommen an Bord und einer springt dann auch direkt ins Wasser. Der Taucher sorgt dafür das die Schlingen, mit denen das Boot am Kran befestigt wird, an den richtigen Stellen sitzen. Erst nach dem die Schlingen (“Pre-Sling”) angebracht sind, gehen wir längsseits (“Bow2Stern”) von LENA J.
Zwei Festmacherleinen halten uns auf Position, dicke Fender von LENA J auf Abstand. Es kommen fünf weitere Personen an Bord und es wird eng an Deck. Mit dem Rigger demontiere ich das Achterstag, denn der Kran muss seine Traverse sehr nahe dem Mast positionieren, um das Boot waagerecht heraus zu bekommen. Heidi packt unter Deck die letzten Gegenstände. Zum Glück hatte ich das demontieren des Achterstags schon vorher mit Robbie auf dem Ankerplatz geübt. SSB Antenne demontieren, mit einer Schoot für Entlastung des Achterstags sorgen, die Backbord-Spannschraube lockern und dann erst den hydraulischen Achterstagspanner lösen und das Stag dort zuerst demontieren.
Das hat alles gut geklappt und der Rigger hat mit bekommen, wie alles zusammen gehört. Der Mast war deutlich entspannt – was in diesem Zusammenhang nicht wirklich gut ist. Die beiden Rollreff-Stags hingen doch sehr durch und ich hoffe, das der Rigger das Rigg wie versprochen wieder unter Spannung setzt. Kontrollieren kann man das nicht. Zutritt zum Schiff ist verboten.
Tja, der SEVENSTAR Agent nimmt uns und unser Restgepäck ins Dingi auf und wir verlassen unser Boot. Nach einer knappen Stunde ist alles vorbei. Hat echt gut geklappt und jetzt gehts wieder in den Warte-Modus.
Wann LENA J PHUKET verlässt ist noch unklar, denn noch sind nicht alle Boot geladen. Der Agent spricht von 30 Booten in März und April und einem zusätzlichen Trip im Juni mit weiteren Booten. Was für ein fettes Geschäft!
Wenn LENA J dann unterwegs keine weitere Ladung findet (wovon wir nicht ausgehen, denn das Deck ist echt voll!) müsste unser STORMVOGEL um den 17. Mai 2015 herum im Mittelmeer ankommen. Der Ankunftshafen wurde mal kurz von MARMARIS auf FETHJE geändert. Nicht schlimm, 50 Seemeilen weiter Östlich und näher am Flughafen DALAMAN (siehe oben!).
Den STORMVOGEL Huckepack LENA J Törn kann man live über unseren GPS Tracker verfolgen – denn der ist natürlich an Bord und eingeschaltet. Doof nur, das wir keinen zweiten für unsere Türkei Tour haben ;-(
Dann warten wir also mal ab und gehen mal wieder auf Landtour!
3) Kaputte Technik – schon wieder repariert!
3.1) FURUNO Navigationselektronik
Angefangen hat alles damit, das beide GPS Geräte ab und zu mal keine Postion mehr ermitteln konnten. Darüber habe ich schon berichtet. Nun haben wir neue GPS Antennen (im Bild die kleinen runden außen) und die Positionsbestimmung läuft wieder super.
Statt der ursprünglichen GPA-17A Antennen haben wir nun GPA-17F. Scheint also eine Weiterentwicklung gegeben zu haben….
…aber, und das war (und ist es noch!) dann ein Drama in mehreren Akten: Bei der Testerei fiel auf, das unser Wetterfax FAX-30 vom Plotter MFD-12 nicht mehr erreicht werden konnte. Die PC Verbindung war OK. Kein Reset, kein MFD-12 Update konnte Abhilfe schaffen. Dafür mit dem MFD-12 Update nur noch mehr Probleme und Ärger. Da fehlen mir noch die Worte…
Nur so viel:
SOFTWARE heißt wörtlich übersetzt WEICHE WARE und damit ist offenbar das Gehirn von unfähigen, sogenannten Programmieren und Softwareentwicklern gemeint!
3.2) Bugstrahlruder
Das Teil braucht man ja nicht, wenn man nicht gerade in engen Marinas (Häfen) herum tuckert. Aber wenn man es braucht, dann muss es funktionieren!
Wir tanken vor Verlassen der YACHT HAVEN MARINA unserem Dampfer noch voll, da der Diesel in der TÜRKEI deutlich teurer sein soll. Überprüft haben wir das nicht – Gerüchte sind so was schönes! Knapp 400 Liter haben wir seit LANGKAWI (MALYSIA) verballert. Beim Manöver wird das Bugstrahruder immer leiser und bleibt stehen. Unter Deck stinkt es teuflisch nach faulen Eiern. Die Batterien sind glühend heiß, zum Glück brennt nix.
Die Diagnose ist klar: Die Batterien sind hin – die hatten wir in SINGAPORE beim Batteriewechsel gar nicht auf dem Zettel. Wir wissen auch gar nicht, wie alt die sind, denn auch beim Refit in 2012 standen die nicht auf dem Zettel.
Also gehen wir mal davon aus, das die seit Einbau des Bugstrahlruders im Jahre 2005 ihren Dienst tun. Dann “dürfen” sie auch mal ihren Geist aufgeben.
Geschwind ein Auto gemietet, zum Besten Bootsausrüster in PHUKET (AME Marine in der Boat Lagoon) gedüst und mit viel Glück exakt die gleiche Bauform bekommen. Andere Marke, aber ansonsten identisch.
Eingebaut, geprüft und für gut befunden….
…und wieder was gelernt: Denn mir war ehrlicherweise unbekannt, das das Bugstrahruder die 24 Volt Version ist und die Batterien daher parallel geschaltet werden. Über ein MASTERVOLT MAGIC 12/24/10 Ladegerät werden die beiden Batterien im Bug tatsächlich aus dem 12 Volt Bordnetz mit 24 Volt geladen.
Ob wir (ich!) jemals alle technischen Geheimnisse des STORMVOGELS ergründen werden?
`Wird ja langsam mal echt Zeit…
…schließlich sind wir mit dem Boot ja fast wieder zu Hause.
Geografisch betrachtet.
Thats it for now.
Peter.
P.S.: Mittleweile hat das mit dem ISTANBUL Flug auch noch geklappt…