Von KOH LIPE nach KOH PHI PHI LE über
- KOH PHETRA
- KOH MUK
- KOH LANTA
Natürlich sprechen wir kein Wort THAI, aber die gehäufte Erscheinung von KOH vor einem Inselnamen lässt die Vermutung zu, das es ein Synonym für das INDONESISCHE PULAU ist und schlicht “Insel” bedeutet.
Aber die Erforschung fremder Sprachen ist des STORMVOGELS-Crew Sache nicht, eher die Erforschung von unterschiedlichen Badestränden, Wasserqualitäten, Wasserfällen – oder solchen die sich dafür halten, so genannten Wasserfällchen und Felsen und Elefanten.
In der Woche vom 23. Februar bis 27. Februar 2015 sind wir ein Stück weiter nach Norden gekommen. Erstaunlicher, aber glücklicher Weise ist die Luftfeuchtigkeit zurück gegangen. Wenn man nicht gerade in der Sonne brät, ist es warm und eine Briese Wind kühlt die Haut. Angenehm, viel angenehmer als im Süden!
Das mit dem Wind ist sowieso so eine Sache. Wir brechen in der Regel früh´ am Morgen auf (so gegen 7) und haben eine leichte NE Briese von 8-12 Knoten, hart an der Minimalgrenze für den stolzen STORMVOGEL. Also segeln wir ein paar Stunden so vor uns her, dann schläft der Wind ein und kommt am frühen Nachmittag über N nach NW mit 4-8 Knoten wieder.
In der Nacht ist es erst verdächtig ruhig, aber dann, gegen 2 oder 3 Uhr am frühen Morgen pustet es aus NE mit 15-20 Knoten und man ist tatsächlich gut beraten, ein Stück Insel oder Fels zwischen sich und der See zu haben – sprich, immer hübsch auf der Westseite ankern, gell?
Trotz geringster Welle, die Crew fühlt sich nicht so richtig wohl auf den nun kurzen (20-30 Seemeilen) Passagen. Es ist nun erträglich, aber alle freuen sich auf den Anker!
KOH PHETRA ist ein großer Felsen mitten im Wasser und als solcher schon einen Besuch Wert. Zugegeben, ein wenig unheimlich im Dunkeln dieser Riese nebenan im Wasser. Aber eben auch super beschützend gegen den nächtlichen NE Wind.
Wir stürzen uns in die Fluten, kühlen uns sehr gut ab und überlegen dann, ob es wohl hier Haie geben möge? Selbst wenn, einhellige Seglermeinung der tauchenden Fraktion ist: Die wollen doch nur spielen…(???)
An Land gehts hier nicht, also weiter nach KOH MUK.
Dort gibt es die EMERALD CAVE, die über einen 80 Meter langen Tunnel schwimmend erreicht werden kann. Das wäre ja kein Problem, wenn der Tunnel nur nicht Stock dunkel wäre und von Fledermäusen bewohnt würde.
Also nichts für die bangbücksigen Wiedekämmer – trotz mehrfacher Überlegungen und Anläufen. Wir gehen lieber am lieblich vor uns liegenden Sandstand an Land, die Jungs spielen Fußball und wir planschen im flachen Wasser. Auch schön. In jedem Fall mehrheitsfähig und absolut ohne jede Aufregung.
Durch den frühen Aufbruch und die kurzen Etappen bleibt am Ankunftstag immer genügend Zeit für die Erkundung und die Badevergügen, also gehen wir am nächsten Tag (Mittwoch, 25/02/2015) weiter nach KOH LANTA.
Ganze 14 Seemeilen. Wir sind um 10:00 Uhr da und denken den ganzen Tag über, das dies der längste Tag im Jahr sein muss.
Dingi klar machen und an Land. Wir brauchen Vorräte und, das ist aber eine andere Geschichte, Motoröl. Kommt im nächsten Lagebericht. Kein Drama, nur Lernkruve
Nun denn, wir bekommen einen Monstertruck mit Fahrer und kutschieren zum nächsten Ort. Da gibt es Geld am Automaten, aber kein Öl und kaum Lebensmittel. So kurven wir 18 Kilometer in den Norden von KOH LANTA und bekommen alles, wonach es uns gelüstet.
Touristisch entwickelte Inseln haben durchaus auch ihre Vorteile!
Zurück zu unserem Hauptquatier, dem LAST BEACH RESORT in der WATERFALL BAY ganz im Süden von KOH LANTA. Keine Ahnung, warum die sich so genannt haben, RESORT ist so hochtrabend, das passt gar nicht zu dieser völlig entspannten Strandbar. Einen Tag später lernen wir, das er Besitzer neben an auch drei Standbungalows betreibt. Aha.
Lunchen, baden, einige toben.
Stört keinen großen Geist. Nicht hier. Hier sind alle entspannt und gut gelaunt.
Am Abend Cocktails am Strand in lauer, super angenehmer Abendluft. So stellt sich die Frage nach einem Hafentag erst gar nicht. Zumal wir auf der Monster-Truck-Fahrt ein Hinweisschild auf Elefantenreiten gesehen haben…
…was zu der Frage führte, ob das moralisch ethisch überhaupt vertretbar sei – die armen Tiere!
So jedenfalls die Meinung einiger weniger, beflissentlich belesen.
Und ich sage immer wieder: Nur die unwissenden sind wirklich vergnügt!
Am folgenden Tag also ausschlafen, Frühstück und auf zu den Elefanten. Als wir um 11:00 Uhr unangemeldet dort ankommen, ist natürlich kein Elefant da. Alle auf Tour. So machen wir uns also zunächst auf zu einer kleinen Jungle-Tour zum ortsansässigen Wasserfall.
Der Weg ist super! Nicht immer ganz einfach, aber auf jeden Fall Familientauglich. Und herrlich schattig im Regenwald. Wir durchqueren immer wieder ein kleines Flüsschen und einige schrauben ihre Erwartung an den Wasserfall schon mal vorsorglich zurück – so wenig Wasser wie da so vor sich hin fließt…
…und, das ist das Kreuz mit den Halbwissenden, tatsächlich stürzt sich ein Rinnsaal aus wenigen Wassertropfen so ca. 7 Meter in die Tiefe. Nun ja, immerhin kalt und eine kleine Dusche wert.
Bekleidet, will ich hier festhalten.
Kurz nach uns erreichen einige westliche Bikini-Girls den Ort des Geschehens, streifen Shorts und Shirts ab und tänzeln vergnügt im Mini-Bikini (äh, na ja, was soll ich dazu sagen?) zur kühlen Erfrischung. An sich keine Erwähnung wert, es war nur einigermaßen lustig, das die drei Bikini-Girls sich einen Führer für die Tour genommen haben.
Natürlich eine Frau. Wie es sich als feminine Reisegruppe gehört.
Die Führerin ist mit einem strengem (=großen) moslemischen Kopftuch, langen Hosen und Shirt bekleidet. Wenn wir doch bloß ihre Gedanken lesen könnten?
Wir machen uns auf den Rückweg, schauen noch von außen in eine Höhle und erreichen mit Plattfüßen wieder die Elefantenstation. Der Elefant ist auch wieder da – sogar drei.
Dennoch, nur die mutige Oma macht die Tour mit den Enkeln. Mutter kneift und Opa hat ein Herz für Tiere.
Der Nachmittag im LAST BEACH RESORT ist schon Routine, die Cocktails schmecken noch besser und die untergehende Sonne sieht noch besser aus. Dennoch wollen wir weiter. Die Nacht ist erstmals seit langem unruhig. Der Wind heult für 3 Stunden in der Takelage und hält den Skipper wach. Aber alles kein Problem, weil sich auf der kurzen Distanz vom Strand zum Boot keine Welle aufbauen kann.
Also weiter nach KOH PHI PHI LE und der Nachbarinsel KOH PHI PHI DON. PHI PHI LE ist vielleicht einigen bekannt, weil hier THE BEACH mit LEONARDO DI CAPRIO gedreht wurde. Nach meiner Erinnerung, ein toller Film, leider nur einmal gesehen…
…wir gehen mit langsamer Fahrt mit dem STORMVOGEL in die MAYA BAY und sind allen Ernstes entsetzt.
Vor lauter Speedbooten, großen Passagierdampfern und traditionellen Fischerbooten kann man den Strand kaum erkennen. Auf dem laufen tausende von Menschen herum. Im Wasser schwimmen mit Rettungswesten gesichert Heerscharen von Freischwimmern.
Nun, wir kommen hier ja sowieso vorbei und haben schon sehr schöne Orte besucht, aber die, die hier herkommen um THE BEACH nachzuerleben, die werden sich in den Schlaf weinen. Oder so ähnlich.
Wir gehen rüber nach PHI PHI DON in die TON SAI BAY um dort für die Nacht zu ankern. OK, wir waren gewarnt das es dort sehr geschäftig sei. Aber auch hier der Albtraum eines jeden Fahrtenseglers: Speedboote mit maximaler Geschwindigkeit und Welle, ohne Ende Ankerlieger und völlig überfüllte Strände…
…also raus aus der großen Bucht und nach Norden in die ruhigere LANAH BAY. Auch hier setzten Speedboote die Passagiere aus. Mit Schwimmwesten gesichert ab ins Wasser zum schwimmen, planschen oder auch schnorcheln.
Nur, was wollen 50 Leute auf engem Haufen zusammen im Wasser sehen?
Auch das soll nicht unser Problem sein – wir liegen hier gut, haben mal wieder astreines Internet und die Badefraktion kommt schon wieder voll auf ihre Kosten.
Und wie sollte es anders sein. Diese überfüllte und laute Insel ist nicht unsere, also geht es Morgen weiter – 30 Seemeilen nach Westen zur PHUKET Halbinsel. Ganz im Süden, in die HAI NARN Bucht.
Die soll toll sein, jedenfalls für Fahrtensegler.
Woran man das messen könnte?
Aus gut unterrichten Kreisen verlautet, das da gerade 35 Boote herum lungern.
In Wahrheit sind wir sind auch nicht anders als die Speedboot-Passagiere.
Nur beweglicher.
Peter.
KOH PHETRA
KOH MUK
KOH LANTA
KOH PHI PHI LE